Waldshut-Tiengen, 19.02.2019, von Alexander Maus

Retten von Personen aus Schadenslagen

Trotz der vielen alltäglichen Aufgaben im Rahmen der Örtlichen Gefahrenabwehr (ÖGA) ist das THW in seinem Kern eine Zivil- und Katastrophenschutzorganisation. Zu den Kernaufgaben in einem solchen Extremfall gehört auch die Rettung und Bergung von verletzten oder gar toten Personen aus Schadenslagen.

Ein Teil der Rettungsausstattung des GKW.

Genau solche Szenarien waren Kern der Ausbildung der Bergungsgruppen am letzten Montag. Mit Hilfe der Bordmittel von 1. und 2. Bergung übten die Helferinnen und Helfer des THW Waldshut-Tiengen unterschiedliche Möglichkeiten zum schonenden und schnellen Transport verletzter Personen. Hierfür stehen viele technische Hilfsmittel zur Verfügung, notfalls genügt aber auch ein wenig Körperkraft und Improvisationstalent. 

Klar wurde an der Ausbildung auch, dass die Versorgung und der Transport von Patienten nicht Kernaufgaben des THW sind. In der Regel wird ein hinzugezogener Rettungsdienst sich schnellstmöglich um verletzte Personen kümmern. Sollten diese jedoch in unwegsamem Gelände liegen oder nach einem Katastrophenfall z.B. in einem zerstörten Gebäude eingeschlossen sein, so müssen sie zunächst an einen sicheren Ort gebracht werden.

Standard-Hilfsmittel für diese relativ kurzen Wegstecken sind die Krankentragen, Schleifkorbtragen und Bergeschleppen aus GKW und MzKW. Mit ihrer Hilfe können nicht gehfähige Menschen auch über Hindernisse hinweg oder aus Höhen und Tiefen gerettet werden. Je nach Anforderung kommen die unterschiedlichen Werkzeuge zum Einsatz: muss ein Patient lediglich über normales Terrain befördert werden, so kann eine einfache Trage genutzt werden. Notfalls wird eine verletzte Person auf dieser Trage auch mit einer Arbeitsleine eingebunden. Schleifkorbtragen sind immer dann gefragt, wenn der Untergrund Verletzungsgefahren birgt. Ihre massive Aluminiumkonstruktion bewahrt den Patienten vor Verletzungen durch Äste, Mauerwerk, Armierstahl oder sonstigen Hindernisse. 

Manchmal genügt es aber auch, einen Verletzten mit zwei Helfern zu stützen, zu tragen oder mittels einer improvisierten Trage, bestehend aus Jacken und den Stielen von Besen oder Schaufeln, zu heben.

Die Bergeschleppe hingegen ist eine Spezialkonstruktion zur Rettung von Personen unter widrigsten Umständen. Sie besteht lediglich aus einer metallischen Halbschale mit Gurten, die selbst in engsten räumlichen Verhältnissen noch eingesetzt werden kann. Genau diese finden wir unter anderem in unserer unterirdischen Kriechanlage vor, welche am Ende des Ausbildungsabends zu einer kurzen Rettungsübung herangezogen wurde.


  • Ein Teil der Rettungsausstattung des GKW.

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