Einsatz-Gerüstsystem

Gut gerüstet

Unabhängig davon, ob es sich um einen Erdbebeneinsatz oder einen Hauseinsturz handelt: Rettungskräfte können erst dann aktiv werden, wenn ihre eigene Sicherheit gewährleistet ist. Als besonders flexibel und schnell zur Sicherung von Gebäuden oder Mauern hat sich das Einsatz-Gerüstsystem (EGS) des THW durchgesetzt.

Wandabstützung mit EGS / THW.de
Freitragender Steg im Einsatz / THW Bitburg

Das EGS ist in vier Bausätze gegliedert. Diese sind in unterschiedliche Größen unterteilt und damit für verschiedene Aufgabengebiete konzipiert. So ist der erste Bausatz zur leichten Bergung gedacht, ermöglicht es aber auch, Geräte hochzuziehen oder abzulassen.

Sind alle vier Bausätze im Ortsverband vorhanden, können die THW-Helferinnen und -Helfer meterlange Stege bauen, Türme errichten und sogar Häuser abstützen. Ermöglicht wird dies durch ein umfangreiches Sortiment an Stahlrohren und Verbindungsstücken, mit denen sich in kurzer Zeit ein stabiles Gerüst errichten lässt. Diverse Hölzer, Stützen und Verankerungsmaterial ermöglichen dabei die Verbindung zwischen dem zu stützenden Gebäude und dem eigentlichen Gerüst. Gitterboxen mit Kleinmaterial komplettieren die Ausrüstung.

Zuständig für den Aufbau des EGS sind die Bergungsgruppen. In der Regel besitzen Ortsverbände nur den ersten Bausatz, können aber jederzeit weitere Bausätze anfordern. Bei größeren Abstütz- und Sicherungsmaßnahmen ergänzen sich mehrere EGS dank der normierten Teile. Somit stellen auch schwierige Einsätze mit hohem Materialaufwand kein Hindernis dar. Die Aufbauzeit für ein EGS beträgt zwischen wenigen Minuten für leichte Gerüste und mehreren Stunden für Laufstege, Türme und Abstützungen. Die vielseitigen Anwendungen machen es zu einem unverzichtbaren Helfer beim Stützen und Sichern.

Im Ortsverband Waldshut ist der Bausatz 1 vorhanden. Die Ortsverbände Bad Säckingen und Laufenburg haben die kompletten EGS Sätze 1-4

Die Bausätze bauen sich ihrer Reihenfolge entsprechend auf einander auf und erweitern so die Größe der Konstruktionen sowie die Einsatzmöglichkeiten.

Der Bausatz 1 beinhaltet zur Personenrettung sowie zum Hochziehen und Ablassen von Geräten gedachte Konstruktionen, welche bis zu 3 kN belastbar sind. Der Bausatz beinhaltet den Dreibock, Mastkran, Lastarm, Anschlagrahmen, Einspann-Ausleger, Delta-Ausleger sowie den Türquerriegel.

Bausatz 2:

Der Bausatz 2 beinhaltet kleine Konstruktionen, welche zur Personenrettung oder dem Gerätetransport genutzt werden können, des weiteren kann eine Deckenabstützung gebaut werden. Der Bausatz beinhaltet das Schnellrettungsgerüst, die Arbeitsplattform, den Lastausleger, Transportwagen, Werkbank sowie die Deckenabstützung 2m.

Bausatz 3:

Der Bausatz 3 beinhaltet größere Konstruktionen, vor allem zur Wand- und Deckenabstützung, des weiteren kann ein einfacher Übungsturm sowie ein Rettungs- und Bergungsplattform gebaut werden.

Bausatz 4:

Mit dem vierten Bausatz können große Konstruktionen gebaut werden. Es können ein sechs oder neun Meter langer freitragender Steg, ein 18 Meter langer Hochwasserlaufsteg, eine Desinfektionsschleuse oder weitere Turm- oder Abstützvarianten gebaut werden.

 

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